Drei Fragen an Regierungsrätin Evi Allemann

Regierungsrätin Evi Allemann, Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektorin des Kantons Bern, war Gast an der Mitgliederversammlung von seeland.biel/bienne vom 27. Juni 2019 in Port. Wir hatten die Möglichkeit nach ihrem Referat zu aktuellen (raumplanerischen) Herausforderungen für die Region kurz mit ihr zu sprechen.

 
Was verbindet Sie persönlich mit der Region seeland.biel/bienne?

Ich bin im Seeland aufgewachsen und ging von der 1. bis zur 7. Klasse in Grossaffoltern und Rapperswil zur Schule. Mich prägte diese Zeit sehr. Es waren jene Kinder- und Jugendjahre, in denen ich mich politisch zu interessieren begann. Ich wuchs in einem bodenständigen Umfeld auf, in einem Dorf, das damals noch sehr ländlich war, mit einer Schule, in der mehrere Jahrgänge in einem Schulzimmer unterrichtet wurden. Wir waren Kinder unterschiedlichster sozialer Herkunft: Kinder aus Kleingewerbefamilien ebenso wie Kinder aus Bauernfamilien.

 
Wo sehen Sie als Regierungsrätin und Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektorin des Kantons Bern die grössten Herausforderungen für die Region?

Als Raumplanungsdirektorin liegen mir die räumlichen Themen natürlich besonders am Herzen. Nach den Verschärfungen des Raumplanungsrechts auf nationaler Ebene kam es in den letzten Jahren auch zu zahlreichen Rechtsänderungen auf kantonaler Stufe. Und die Diskussionen gehen bereits weiter: Auf Bundesebene wird um die zweite Etappe der Revision des Raumplanungsgesetzes gerungen mit zurzeit noch unabwägbarem Ausgang. Der für die Raumplanung und gerade auch für das Seeland wichtige Sachplan Fruchtfolgeflächen wird zurzeit ebenfalls revidiert. Aus diesen Gründen haben Daten zur Bodenbeschaffenheit eine grosse Bedeutung, weshalb der Kanton die Arbeiten für eine flächendeckende Bodenkartierung bereits aufgenommen hat. Der Kanton setzt sich beim Bund zudem auch für die Erarbeitung einer schweizweiten Bodenkarte ein. Wir erhoffen uns davon Qualitäts- und Effizienzgewinne, schliesslich geht es dabei um ein Grossprojekt über einen langen Zeithorizont.

 
Was macht der Kanton, um die regionale Zusammenarbeit in der Region seeland.biel/bienne zu stärken?

Die Evaluation der «Strategie für Agglomerationen und regionale Zusammenarbeit (SARZ)» hat gezeigt, dass sich die Mechanismen der regionalen Zusammenarbeit und der regionalen Planung gut eingespielt haben. Der Kanton honoriert die von den Regionen geleistete Arbeit unabhängig davon, ob eine Region als Regionalkonferenz oder als privatrechtlicher Verein organisiert ist, und wird die Beiträge an die Geschäftsstellen der Planungsregionen moderat erhöhen.