«Sportanlagen von regionaler Bedeutung koordiniert planen»

Im Auftrag des Kantons planen die Seeländer Gemeinden die Weiterentwicklung ihres Sportangebots. Raynald Richard, Gemeindepräsident von Müntschemier, erhofft sich vom Regionalen Richtplan Sportanlagen neue Impulse für eine gute Versorgung der ganzen Region mit geeigneten Sportinfrastrukturen.

 

Warum braucht es einen Regionalen Richtplan Sportanlagen (RRSA)?

Gemäss dem kantonalen Sportförderungsgesetz müssen die Regionen Angebot und Entwicklung ihrer Sportanlagen koordinieren. Mit dem RRSA wollen wir das Angebot und die Entwicklung regional bedeutender Sportanlagen besser abstimmen. Es fehlt eine Abstimmung unter den Gemeinden und mit dem Kanton. Eine bessere Koordination soll helfen, Lücken im Angebot zu erkennen und zu beheben.

 

Was sind die Inhalte des Richtplans?

Zuerst schafft er einen Überblick über die vorhandenen Anlagen und benennt jene von regionaler Bedeutung. Anschliessend untersuchen wir Angebotslücken und den künftigen Bedarf. Zudem wollen wir festlegen, an welchen Standorten ein Ausbau der Sportanlagen sinnvoll ist, damit möglichst die ganze Region profitiert. Dabei gilt es Prioritäten zu setzen, denn letztlich geht es auch um die Finanzierung.

 

Was bringt den Gemeinden eine bessere Koordination?

Zum Beispiel könnten dadurch Synergien beim Bau, beim Betrieb und bei der Finanzierung von Sportanlagen erkannt und genutzt werden. Regional bedeutende Sportanlagen wie Schwimmbäder oder Sporthallen sind teuer und sollen gut ausgelastet sein. Wichtig ist auch, dass die Standorte gut erreichbar sind, insbesondere mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Heisst «Synergien nutzen», dass vermehrt Gemeinden gemeinsam Anlagen bauen und betreiben könnten?

Persönlich kann ich mir das gut vorstellen. Bei uns in Müntschemier und im westlichen Seeland fehlt zum Beispiel eine gedeckte oder heizbare Anlage für den obligatorischen Schwimmunterricht der Schulen. Ein Projekt mit Kerzers ist leider nicht zustande gekommen. Der RRSA könnte Impulse geben, hier noch einmal nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, denn der Richtplan will auch die kantonsübergreifende Koordination fördern.

 

Befinden sich Angebotslücken vor allem in ländlichen Gebieten abseits der Zentren?

Die Datenbank www.sportstaetten.ch zeigt die Unterschiede zwischen den Gemeinden und Teilregionen auf. Wo tatsächlich ein Handlungsbedarf besteht, wird die Analyse zeigen.

 

Die Arbeiten am RRSA laufen derzeit an. Wer kann mitreden?

Wir werden bei diesem Vorhaben von einem externen Planungsbüro unterstützt. Ab Anfang 2027 startet eine Umfrage bei den Gemeinden und Vereinen als Grundlage für die Bestands- und Bedarfserhebung. Die Gemeinden können sich zudem an Informationsveranstaltungen und über eine Begleitgruppe einbringen. Und schliesslich wird sich auch die Bevölkerung in einem Mitwirkungsverfahren äussern können. Voraussichtlich werden wir die Arbeiten am RRSA Mitte 2029 abschliessen können.