Unterrichtsausschlüsse

Unter dem Titel „Timeout für Schülerinnen und Schüler“ befasst sich seeland.biel/bienne seit 2017 mit dem Thema befristeter Unterrichtsausschlüsse. Schülerinnen und Schüler können durch die zuständige Schulkommission bis zu maximal zwölf Wochen vom Unterricht ausgeschlossen werden. Die Eltern sind verpflichtet, während dieser Zeit für ihre Kinder ein alternatives Programm zu organisieren. Mit der nächsten Revision des Volksschulgesetzes sollen die Schulen bzw. Gemeinden verpflichtet werden, dieses Angebot zu organisieren.

 

 

Neues Angebot am Schulheim Schloss Erlach

Vor diesem Hintergrund luden die Leitungsgremien Bildung sowie Soziales und Gesundheit die beteiligten Akteure zu einem Gedankenaustauschen ein. Dabei zeigte sich, dass im Seeland ein Bedarf für pädagogische Angebote für Schülerinnen und Schüler mit befristetem Unterrichtsausschluss besteht. Gestützt auf diesen Befund hat das Schulheim Schloss Erlach ein neues Angebot eingerichtet, das den Gemeinden ab 2019 zur Verfügung steht.

» Weitere Informationen zum Angebot am Schulheim Schloss Erlach

 

 

Projektstand

Mit der Schaffung des zusätzlichen Timeoutplatzes am Schulheim Schloss Erlach wurde eine erste konkrete Massnahmen ergriffen, die zu einer Verbesserung der Situation in der Region seeland.biel/bienne beiträgt. An einem zweiten Gedankenaustausch wurde beschlossen, weitere Massnahmen zu prüfen, darunter ein französischsprachiges Angebot für befristete Schulausschlüsse in Biel, ein Runder Tisch «Pädagogische und disziplinarische Massnahmen vor und nach einem Schulausschluss» und die Verbesserung der statistischen Grundlagen zum Thema.

 

Ergebnissee Themenabend "Unterrichtsausschlüsse verhindern" vom 13.11.2019

Wie gelingt es, dass befristete Unterrichtsausschlüsse gar nicht erst eintreten? Am Themenabend der Konferenz Bildung haben wir den Fokus auf vorbeugende Ansätze aus Forschung und Praxis gelegt: Wie entstehen Unterrichtsstörungen und wie können diese wirksam bewältigt werden? Welche Rolle kann die Schulsozialarbeit spielen, um Schulleitungen und Lehrpersonen zu entlasten und Unterrichtsausschlüsse zu verhindern? Gibt es ausserschulische Angebote, die zu einer Entlastung der Situation beitragen können?

Der Themenabend zeigte: Unterrichtsausschlüssen kann entgegengewirkt werden indem
» gut aus- und weitergebildete wie motivierte Lehrpersonen an der Schule unterrichten. So gelingt es gute Schüler-Lehrer-Beziehungen aufzubauen.
» Gemeinde, Schule und kantonale Dienststellen an einem Strick ziehen, gut vernetzt sind und ihre Ressourcen kennen.
» ein stimmiges Schulklima und genügend schulinterne Ressourcen vorhanden sind, um schwierige Situationen in den Griff zu bekommen, bevor sie eskalieren. Die Schulsozialarbeit kann dabei mit präventiven Ansätzen eine unterstützende Rolle spielen.

Die Zusammenfassung, die Folienpräsentationen der Referentinnen und Referenten und das Programm stehen zur Verfügung (siehe rechte Spalte).