Drei Fragen an Martin Bürki

Martin Bürki (Direktor Gassmann Media AG) und Parzival Meister (stv. Chefredaktor «Bieler Tagblatt») zu Gast an der Mitgliederversammlung von seeland.biel/bienne vom 12. Dezember 2019 in Kallnach. Wir hatten die Möglichkeit anlässlich ihrer Referate zur Medienlandschaft im Seeland kurz mit Martin Bürki zu sprechen.

 
Zum 20-jährigen Jubiläum von TeleBilingue gratulieren wir vielmals. Welches war ihr persönliches Highlight in diesem Jahr?

Vielen Dank. Mir hat vor allem der Enthusiasmus der TeleBielingue-Crew gefallen mit welchem sie die wirklich zahlreichen Aktivitäten rund um das Jubiläum zelebriert hat. Die Reihe der Sendungen „Vor 20 Jahren“ hat es mir besonders angetan. Hinter TeleBielingue stehen viele kreative, junge und sehr engagierte Köpfe, diesen gebührt der besondere Dank.

 
Die Gassmann Media AG ist mit dem Bieler Tagblatt, dem Journal du Jura, Canal 3 und TeleBilingue eine wichtige Stimme für die Region. Welche Botschaft haben Sie an die Region und ihre Gemeinden?

Unsere Region ist eine der Wenigen in der Schweiz welche noch über ein regionales, unabhängiges Medienhaus verfügt, welches nicht von einem Grossverlag von Zürich aus gesteuert ist. Unsere Medien leben in, von und für unsere zweisprachige Region. Nur wenn die Bevölkerung, aber auch die Institutionen, die Politiker und die Gemeinden, zu den Medien in der Region stehen, diese auch konsumieren und abonnieren, ist es möglich, dass wir diese starken Stimmen weiter erhalten können. Eigentlich gehört in jeden Haushalt ein Abonnement der regionalen Tageszeitung. Meine Botschaft ist: Nutzen Sie das Angebot, treten Sie aber auch in Dialog mit den Medien. Eine lebendige und aktive Zusammenarbeit gibt die interessanten Geschichten.

 
Die Medienbranche steht unter Druck. Wie wappnet sich die Gassmann Media AG für die Zukunft?

Im Werbemarkt machen uns die Rückgänge der Werbeumsätze von nationalen Werbetreibenden wirklich stark zu schaffen. Immer mehr Werbegelder der grossen nationalen Firmen fliessen in internationale Plattformen wie Facebook. Auch wenn das regionale Gewerbe es zeigt, dass die Werbewirkung in unseren Medien sich auszahlt und sehr gut wirkt, des Revival der klassischen Medien müssen wir als ganze Branche angehen. Es muss uns gelingen aufzuzeigen, dass das Umfeld in welchem die Werbung erscheint eine wesentliche Rolle spielt und dies in den Sozialen Medien oft ein fragliches ist. Auf der Nutzerseite werden wir uns darauf ausrichten müssen, dass nachfolgende Generationen ihre Informationen immer mehr auf mobilen Geräten konsumieren. Hier haben wir mit unseren Medien einen Investitionsbedarf und einen Nachholbedarf in der Technologie. Aber am Schluss bleibt unsere „raison d’être“ die lokale und regionale Berichterstattung. Wir müssen uns auf diese regionale Nische fokussieren und in der Region Biel-Seeland-Berner Jura unverzichtbar sein.