Plastikabfälle

In der Schweiz werden pro Jahr rund 125 kg Kunststoff pro Kopf verbraucht. Dies entspricht der dreifachen Menge des europäischen Durchschnitts. Über 75 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Plastiks sind Einweg-Verpackungen. Ob es ökologisch sinnvoller ist, Plastikverpackungen zur Energiegewinnung zu verbrennen oder soweit wie möglich zu recyceln, ist umstritten. Die von Bund und Kantonen in Auftraggegebene Studie „Kunststoff Recycling und Verwertung“ (KuRVe) kommt zum Schluss, dass gemischte Kunststoffsammlungen aus Haushalten, verglichen mit der Sammlung von PET-Getränkeflaschen, eine geringe Öko-Effizienz aufweisen. Dem verhältnismässig kleinen ökologischen Nutzen stehen hohe Kostengegenüber. Der politische Druck für Recycling-Lösungen nimmt hingegen auch für Gemeinden im Seeland zu.

» Informationen des Bundesamts für Umwelt zum Thema Plastikabfälle

 

Themenabend der Konferenz Ver- und Entsorgung

Am Themenabend der Konferenz Ver- und Entsorgung vom 5. September 2019 fokussierten wir auf Herausforderungen und Lösungsansätze beim Umgang mit Plastikabfällen in der Region seeland.biel/bienne: Wie sind wir gegenüberanderen Regionen aufgestellt? Welche Empfehlungen aus der KuRVe-Studie lassen sich für die Gemeinden im Seeland ableiten? Welche Lösungsansätze bietet die Kreislaufwirtschaft? Und mit welchen Vermeidungsstrategien können Gemeinden und kann die Region einen Beitrag zur Reduktion von Plastikabfällen leisten?

Der Themenabend zeigte:

  • Haushaltskunststoffe sammeln und recyceln macht Sinn – es gibt aber Bereiche, in denen der Umweltnutzen pro eingesetztem Franken höher ist als beim Kunststoff-Recycling.
  • Der Umweltnutzen ist gross, wenn Plastikabfälle reduziert werden können – dafür braucht es aber eine Systemsicht, die beim Design der Produkte beginnt.
  • Handlungsspielräume für Gemeinden sind vorhanden. Wichtige Stellschrauben liegen beim öffentlichen Beschaffungswesen und bei der Sensibilisierung der Bevölkerung.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse, die Folienpräsentationen der Referentinnen und Referenten und das Programm stehen zur Verfügung (siehe rechte Spalte).